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FAQ - Fragen/Antworten

 


Zum Thema Obstbaumschnitt:


"Wann schneide ich meinen Apfel- oder Birnenbaum?"

-Im zeitigen Frühjahr, d.h. Januar, Februar, März/April - auch bei Frost! Apfel- und Birnenbäume können bis vor der Obstblüte geschnitten werden, es ist aber auch ein Sommerschnitt möglich!

"Wann schneide ich meinen Kirsch- oder Pflaumenbaum?"

-Normalerweise direkt nach der Ernte, geht man aber mit dem Schnitt sehr weit in das alte Holz hinein, dann im zeitigen Frühjahr, d.h. Februar, März/April.

"Wann schneide ich meinen Quittenbaum?"

-Quitten wachsen von Natur aus sehr skurril, sie müssen nicht zwingend beschnitten werden - ein Auslichten von störenden Kronentrieben zum Frühjahr genügt, nicht aber jedes Jahr!

"Muss ich die Wasserschosse/Wassertriebe jedes Jahr abschneiden?"

-Wasserschosse/Wassertriebe sind 1-jährige Triebe (zuletzt gewachsene Triebe), treten vermehrt durch unfachgerecht ausgeführtem Obstbaumschnitt auf. Wird ein Obstbaum durch einen Falschschnitt im Wuchs angeregt, neigt er dazu, seine gesamte Kraft in den Triebwuchs zu setzen, meist wachsen diese Triebe dann dicht und steil in Richtung Licht/Sonne. Nach 2-3 Jahren tragen aber auch diese Triebe an den neu gewachsenen Seitenverzweigungen (Fruchtholz) die ersten Früchte, daher ist ein Schnitt nicht jedes Jahr notwendig! Ein Auslichten der Krone, bzw. Ausdünnen der Wasserschosse genügt - oft für einige Jahre.

"Mein Apfelbaum macht jedes Jahr sehr viele Wassertriebe, ich muss ihn jedes Jahr schneiden, was mache ich falsch?"

-Es liegt am Schnitt! Oftmals schneidet man die Triebe unsauber ab, dadurch bleiben kleine Zapfen/Stummel (die sogenannten "Kleiderhaken") stehen, aus diesen entstehen dann wieder zahlreiche neue Triebe! Wassertriebe sollte man, wenn möglich, im Juli vorsichtig herausreißen, dann sind diese noch nicht verholzt, bzw. ausgereift und es entstehen nur kleine Wunden, diese müssen nicht verstrichen werden! Jetzt entsteht an dieser Stelle kein neuer Trieb, da die gesamte Entstehungsbasis herausgerissen wurde. Vorsicht: Unterscheiden Sie Wasserschosse und Fruchtholz/Blütenholz! Wasserschosse wachsen, je nach Sorte, 10-20 cm im Monat (Juni-Oktober). Fruchtholz/Blütenholz dagegen wächst über das gesamte Jahr nur einige mm, bzw. cm!

"Was ist ein Verjüngungsschnitt?"

-Alte und vergreiste Obstbäume können durch einen Verjüngungsschnitt wieder voll in den Ertrag kommen, auch können diese dadurch viele weitere Lebensjahre dazugewinnen! Es ist möglich, den Baum auszulichten, große Astpartien werden entfernt und es kommt wieder Licht in die Krone. Früher gab es den Spruch "Du musst einen Hut durch die Krone schmeißen können" - aber Vorsicht: Es gibt große Hüte und kleine Hüte, d.h. es gibt "grobtriebige" Sorten und "feintriebige" Sorten!

Ferner besteht die Möglichkeit einer extremen Obstbaum-Verjüngungskur: Sollte ein alter und sehr vergreister Baum zu groß geworden sein und die Krone aus viel Totholz bestehen, dann ist es sogar möglich (im Februar), ca. die Hälfte der gesamten Krone herunterzunehmen. Der Baum baut sich über die nächsten Jahre eine komplett neue Krone auf und kann so noch über weitere Jahrzehnte erhalten bleiben. Die richtige Jahreszeit für diesen extremen Verjüngungsschnitt ist immer das zeitige Frühjahr - Februar. Aber Vorsicht: Diese Art von Verjüngungsschnitt empfehlen wir wirklich nur bei extrem vergreisten und fast totgesagten Altbäumen - sozusagen als letzte Rettung - es wird funktionieren! Beim Rückschnitt aber unbedingt darauf achten, die Krone muss eine gute Schnittform erhalten um als Gesamtbild eine gewisse "Harmonie" zu bilden.

 

Zum Thema Ertrag:


"Muss ich immer zwei Obstbäume pflanzen, damit mein Baum Früchte trägt?"

-Apfelbäume benötigen für eine ausreichende Bestäubung in ihrem Umkreis weitere Apfelbäume unterschiedlicher Apfelsorten, Zieräpfel oder Wildäpfel. Birnenbäume benötigen im Umkreis weitere Birnenbäume unterschiedlicher Birnensorten oder auch Wildbirnen. Quitten sind selbstfruchtbar, hier genügt eine Pflanze, die Bestäubung erhöht sich aber bei einer Pflanzung verschiedener Quittensorten! Pflaumen, Zwetschen, Renekloden und auch Mirabellen sind selbstfruchtbar, wenn aber im Umkreis weitere Pflaumen-, Zwetschen-, Renekloden-, oder Mirabellensorten stehen, ist eine bessere Bestäubung gewährleistet, bzw. gegeben. Wildpflaumen tragen ebenfalls zu einer hervorragenden Bestäubung bei! Sauerkirschen sind selbstfruchtbar, alte Süßkirschensorten hingegen benötigen für eine gute Bestäubung eine andere Süßkirschensorte oder auch Wildkirsche. Bei den Süßkirschen-Neuzüchtungen gibt es bereits viele selbstfruchtbare Kirschsorten, die sich auch hervorragend für die Bestäubung alter Süßkirschensorten eignen - einer reichen Ernte steht also nichts im Wege.

" Wann trägt mein Obstbaum?"

-Nach dem 2ten bis 3ten Standjahr (ohne Schnitt), kann mit den ersten Erträgen gerechnet werden. Ein neu gepflanzter Obstbaum benötigt ca. 1 bis 2 Jahre, um sich an den neuen Boden zu gewöhnen, erst danach wird er tragen.

" Meine Birne, bzw. Pflaume blüht jedes Jahr, trägt aber wenige Früchte, warum?"

-Birnen sind, genauso wie Pflaumen, Frühblüher! Durch Spätfröste zur Birnen- und Pflaumenblütezeit kann es zu eventuellen Frostschäden an einzelnen Blüten kommen. Blüten mit Frostschäden können nicht mehr bestäubt werden und somit auch keine Früchte ansetzen. Also, immer nett zum Wettergott sein, dann klappt es auch mit der reichen Ernte!

" Mein Apfelbaum trägt kaum, was mache ich falsch?"

-Es kann am Schnitt liegen - meist liegt es am Schnitt! Durch jährliches Schneiden und möglicherweise unfachgerechtem Obstbaumschnitt, wird ein Apfelbaum nur zum Wuchs angeregt und vergisst dadurch den Ertrag. Möglich ist aber auch, dass es mit fehlender Bestäubung zusammenhängt! Steht kein passender Partner (eine andere Apfelsorte) im Umkreis, fällt der Ertrag ebenfalls gering aus - hier kann nur eine Sortenergänzung Abhilfe schaffen.


Zum Thema Einpflanzen:


"Wann ist die beste Pflanzzeit?"

-Pflanzt man im Frühjahr, sollte man immer auf die regelmäßige Bewässerung achten. Pflanzt man im Herbst, kann sich das Wurzelwerk schon an den neuen Boden gewöhnen und die Pflanze legt im Frühjahr sofort mit dem Wachstum los.

Eine alte Bauernregel: Alle Monate mit einem "r" im Namen, sind die besten Pflanzmonate!

Aber: Pflanzen, die im Pflanzgefäß (Container) herangezogen wurden, können nahezu das ganze Jahr gepflanzt werden, solange der Boden noch nicht gefroren ist, bzw. im Sommer mit ausreichender Bewässerung.

"Darf ich einen neuen Obstbaum dort pflanzen, wo schon einmal ein Obstbaum stand?"

-Es ist sehr wichtig, darauf zu achten, dass ein Apfelbaum oder auch Birnenbaum (Kernobst) nicht an derselben Stelle gepflanzt wird, wo schon einmal Kernobst (Apfel oder Birne) gepflanzt wurde. Wenn dieses zutrifft, sollte ein Abstand von ca. 3-4 m zum alten Standort gewählt werden. Ist es nicht möglich, einen neuen Standort zu wählen, kann ein Erdaustausch vorgenommen werden. Dann sollten

ca. 1 Kubikmeter der alten Erde gegen neues Pflanzsubstrat ausgetauscht werden - je nachdem, wie alt oder stark (dick) der alte Obstbaum war! Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen und Kirschen (Steinobst) sollten ebenfalls nicht an derselben Stelle gepflanzt werden, wie beim Kernobst. Achten Sie darauf, dass immer eine Wechselpflanzung eingehalten wird (bei Neupflanzung in einem alten Obstgarten oder auf einem alten Obstbaum-Standort), d.h. Kern- auf Steinobst und Stein- auf Kernobst! Quitten- und Mispel-Obstbäume sind bodentolerant und benötigen bei Neupflanzung keinen "Wechselstandort".

" Ich habe einen sehr sandigen Boden, wächst hier ein Obstbaum?"

-Ja - jeder Boden kann für eine Pflanzung vorbereitet werden! Zur Wasser- und Nährstoffhaltung kann z.B. Bentonit (gemahlenes Tonmineral), Mergel oder Ton (z.B. aus einem Kieswerk) mit in das Pflanzloch hineingegeben werden und im Verhältnis 1 zu 1 (Nährstoff/Erde) gut vermischen. Jetzt noch 1 Teil abgelagerten Kompost dazu mischen und das ideale Pflanzsubstrat ist hergestellt. Abgelagerter Kompost ist ebenfalls ein guter "Partner" zur Bodenverbesserung und ein ökologischer Nährstoffträger zugleich - die Pflanze wird es Ihnen danken und der Boden wird natürlich belebt. Heben Sie immer das Pflanzloch groß genug aus - bei leichtem Boden sollten es schon ca. 0,5-1 Kubikmeter sein!

"Wir haben sehr feuchten, bzw. nassen Boden, wachsen hier Obstbäume?"

-Ja, allerdings verträgt kein Obstbaum Staunässe! Ist der zukünftige Standort Ihres Obstbaumes von Feuchtigkeit, bzw. Staunässe gefährdet, muss dieser richtig vorbereitet werden. Wenn z.B. keine Drainage gelegt werden kann, wäre eine Hügelpflanzung möglich! Der Obstbaum wird auf einem künstlich angelegten Hügel gepflanzt damit der oberste Bereich der Wurzeln außerhalb des Gefahrenbereiches - der Staunässe - steht. Das Erdvolumen bei einem künstlich angelegten Hügel sollte ca. 1-2 Kubikmeter betragen, die Erde sollte harmonisch dem übrigen Gartenbereich angeglichen werden (Rasenmäher gerecht). Jetzt kann der Baum mit seinen Wurzeln so viel Wasser ziehen wie er benötigt – und trotzdem kann das Wurzelwerk atmen! Wenn es möglich ist, können auch Drainagen oder Gräben angelegt werden, diese bringen Abhilfe und leiten das Wasser ab, bzw. entwässern den gefährdeten Gartenbereich. Pflaumen- und Kirschbäume können etwas besser mit feuchten Böden umgehen, aber auch hier gilt es, Staunässe zu vermeiden!

"Muss ich meinen frisch gepflanzten Obstbaum jeden Tag wässern?"

- Bei einer Frühjahrspflanzung sollte (je nach Bodentyp) durch die gesamte Frühjahrs-, bzw. Sommerzeit alle 2-3 Tage gewässert werden, dies ist selbstverständlich abhängig von der Witterung (Regen/Sonne - kühl/heiß) - in heißen Phasen muss regelmäßig gewässert werden. Möchte man z.B. im Sommer in den Urlaub fahren, kann der Bereich um den Stamm herum (Pflanzscheibe) in einem Radius von 1 m mit Rindenmulch (von Nadelgehölzen = Baumarkt), in einer Schichtdicke von ca. 10 cm, abgedeckt werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass über längere Zeit die Feuchtigkeit im Pflanzbereich gehalten wird. Auch werden z.B. Rasen- und Unkräuter vom Obstbaum ferngehalten und können ihm so nicht die Nährstoffe "wegfressen".

Bei der Herbstpflanzung genügt es, beim Einpflanzen das Wurzelwerk gründlich mit Wasser "einzuschlämmen", bis der gesamte Pflanzbereich das Pflanzsubstrat aufgenommen hat. WICHTIG im Winter, bzw. bei starkem Frost: Sollten lange Frostphasen herrschen (z.B. starke Minusgrade bei ständigem Ostwind) muss, wenn möglich, zwischen diesen Phasen gewässert werden - warten Sie frostfreie Perioden ab!

"Braucht ein Obstbaum immer volle Sonne?"

-Als idealer Standort sollte sonnig bis halbschattig gewählt werden, aber auch in schattigen Gartenbereichen gedeihen Obstbäume oft besser, als gedacht. Fakt ist: Je sonniger der Standort, desto farblich ausgereiftere Früchte trägt der Baum. Ist der Standort eher schattig, werden die Früchte meist einige Tage später reif, auch könnte der Geschmack durch die fehlende Sonne etwas saurer sein als bei "Sonnenfrüchten" – trotzdem, ein schmackhafter Obstgenuss!

"Wieviel Platz bzw. Pflanzabstand benötigt ein Obstbaum?"

-Die drei verschiedenen Obstbaum-Grundformen:

Buschform (Niedrigstamm), Halbstamm und Hochstamm

Die Buschform kann ca. 3 - 4 m hoch und ca. 3 - 4 m breit werden- ohne Schnitt!

Der Halbstamm hat eine Stammlänge von ca. 1,2 m, dann beginnt die Krone. Halbstämme können

ca. 5 - 7 m hoch und bis zu 5 - 7 m breit werden - ohne Schnitt!

Der Hochstamm hat die größte Baumform, er ist besonders für Streuobstwiesen geeignet. Die Stammlänge beträgt ca. 1,8 m bis 2 m, dann beginnt die Krone. Diese Baumform kann eine Gesamthöhe von ca. 8 - 12 m erreichen, in der Kronenbreite ca. 7 - 10 m - ohne Schnitt! Wichtig zu wissen: Jede Baumform kann durch fachgerechten Obstbaumschnitt in Höhe und Breite korrigiert werden - immer!

"Ich habe nur einen kleinen Garten, kann ich trotzdem einen Obstbaum pflanzen?"

-Selbstverständlich! Es gibt viele Obstsorten, die z.B. auf einer schwachwüchsigen Veredlungsunterlage veredelt wurden. Bei solchen Baumtypen spricht man von "Zwergobst", diese werden maximal 2 - 2,50 m groß und sind z.B. ideal für die Kübelhaltung geeignet. Auch besteht die Möglichkeit, diese schwachwüchsigen Obstbaumtypen als Spalier (Formbaum) oder zur Obsthecke zu erziehen, hier stehen Ihnen die Möglichkeiten offen! Es lassen sich verschiedene Gestaltungsideen umsetzen, z.B. an Hauswänden, Gartenzäunen, Schuppenwänden etc., - mit Zwergobstbäumen kein Problem.

"Was ist besser, Wurzelware oder Topf-/Containerware?"

-Beides ist möglich - zur richtigen Jahreszeit! Wurzelware sollte nur in der blattlosen Zeit gepflanzt werden, also Herbstzeit (Oktober) bis in das Frühjahr hinein, der Boden sollte nicht gefroren sein. Pflanzzeit im Frühjahr ist April bis Anfang Mai.

Topf-/Containerware kann fast das gesamte Jahr über gepflanzt werden, aber auch hier sollte der Boden nicht gefroren sein.

"Wie tief pflanze ich meinen Obstbaum ein?"

- Die Einpflanztiefe hängt von der Veredlungsstelle ab. Die Veredlungsstelle darf beim Pflanzen nicht mit Erde bedeckt werden und sollte immer aus dem Boden herausschauen. Wie sieht überhaupt eine Veredlungsstelle aus? Es gibt verschiedene Veredlungsmethoden, also auch optisch unterschiedliche Veredlungsstellen. Zum einen gibt es die Okulation (Augenveredlung). Bei dieser Veredlungsart sitzt die Veredlungsstelle am Stamm, ca. 10 - 20 cm über dem Wurzelhals. Diese ist später als Wulst, bzw. deutliche Stammverdickung zu erkennen, evtl. auch mit kleinem Absatz im Stamm. Bei der Kopulation (Reisveredlung) variiert die Höhe der Veredlungsstelle von Züchter zu Züchter (+/- 40-60 cm). Bei dieser Veredlungsart erkennt man die Veredlungsstelle, an jungen Bäumen z.B. am Farbunterschied des Veredlungsreises zur Veredlungsunterlage. Deutlich zu erkennen ist auch der diagonale, ca. 3 - 4 cm lange Veredlungschnitt. Nicht selten kommt es vor, dass die Veredlungsunterlage im Alter etwas kräftiger, bzw. dicker wächst, als die darauf veredelte Obstsorte (+/- 5%). Dieses ergibt optisch im Alter ein sehr harmonisches Stamm-, bzw. Rindenbild und verdeutlicht auch nach vielen Jahrzehnten den Bereich der Veredlungsstelle.

 

Zum Thema Obstbaum im Winter:


"Muss ich meinen Obstbaum vor Frost schützen?"

-Nein! Unsere Pflanzen wurden im rauen Nordseeklima unter freiem Himmel gezogen und daher äußerst abgehärtet. Der Sitz unserer Obstbaumschule liegt im idyllisch gelegenen Warringholz, ca. 25 km Luftlinie von der Nordsee entfernt - dieses spricht für eine robuste und vitale Obstbaumanzucht! Unsere Obstbäume brauchen im Winter keinen zusätzlichen Schutz vor Frost! Damit der Baum/die Baumkrone atmen kann und die Luftzirkulation des Baumes, bzw. der Baumkrone gewährleistet ist, um Krankheiten vorzubeugen, wie z.B. Pilzbefall, -wickeln Sie diese bitte nicht mit "Wintervlies" oder "Noppenfolie" ein!

Feigenbäume dagegen sollten die ersten Jahre im Winter vor extremer Frosteinwirkung mit Wintervlies oder Stroh geschützt werden, da diese Pflanzengattung zur Frostabhärtung eine längere Gewöhnungsphase als gewöhnliche Gartensträucher, bzw. Obstbäume nötig hat. Der Wurzelstock eines Feigenbaumes sollte eine stabile Dicke aufweisen, um den Winter über ungeschützt stehen zu können, der ideale Standort ist z.B. an einer wärmespendenden Hauswand zur Südseite. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Feigentriebe (auch mehrjährige) bis zum Wurzelstock zurückfrieren! Wichtig: Freistehende Feigenbäume sollten auch im Winter (bei frostfreien Perioden) gegossen werden! Denken Sie immer daran: Auch der Winter kann so trocken wie ein Sommer sein!

"Mein Opa hat zum Winter immer die Stämme der Obstbäume weiß angemalt, warum?"

-Die Stämme sind mit einem Kalkanstrich versehen, um Frostrissen vorzubeugen - diese Methode wird auch heutzutage noch gerne angewendet, da sie günstig und effektiv ist. Wann und wie treten Frostrisse auf? Bei extremen Temperaturschwankungen und Witterungswechseln im Winter neigen einige Obstsorten dazu, dass sich im Stammbereich Frostrisse entwickeln können. Ist ein Obstbaum über einen längeren Zeitraum starkem Frost (-10 Grad und mehr) ausgesetzt, passt er selbstverständlich seinen Wasserhaushalt der Witterung an - alles geschieht auf Tiefstpunkt. Wird an einem sonnigen Wintertag der Stamm einer starken Sonnenstrahlung ausgesetzt und in der Nacht fallen die Temperaturen weit zurück unter den Gefrierpunkt, kann es zu Stammschäden führen (muss aber nicht). Hierbei kann der Stamm bei heranwachsenden Bäumen in bestimmten Bereichen reißen. Bei kleinen schmalen Rissen ist dies kein Problem, sie werden in der folgenden Wachstumsperiode wieder von selbst verheilen - hier ist es also ganz normal und es muss keine Wundbehandlung vorgenommen werden. Tritt aber der Fall auf, dass es sich um sehr breite und langgezogene Frostrisse handelt, muss eine Wundbehandlung mit Baumwachs oder künstlicher Baumrinde erfolgen um diese Verletzungen gegenüber Witterungseinflüssen und Krankheiten zu schützen.

Zu guter Letzt: Sind die Stämme mit Kalkanstrich geweißt, kann die Sonneneinstrahlung bei starkem Frost besser reflektieren und es kommt meist zu keinen Stammschäden!

Erhältlich ist Kalkanstrich über ein grünes Warenhaus in Ihrer Nähe - oder über das Internet.

 

Zum Thema Obstbaumdüngung:


"Wann dünge ich meinen Obstbaum?"

Wichtig: Geben Sie bei der Pflanzung keinen Dünger mit in das Pflanzloch hinein – in der ersten Wachstumsperiode sollte sich der Obstbaum ganz von selbst an den neuen Standort gewöhnen. Erst im darauf folgenden Jahr können Sie dem Obstbaum eine angemessene Düngermenge zufügen.

-Obstbäume sollten im Frühjahr gedüngt werden, sobald die Pflanzen leichtes Blattwerk entwickeln und die Spät-Nachtfröste vorbei sind > Mai. Die Düngermenge hängt von dem Alter des Baumes ab, aber auch von dem Typ des Düngers! (Düngeranweisung beachten) Den Dünger locker um den Stamm verteilen. Achten Sie darauf, dass der Pflanzbereich um den Stamm herum im Radius von ca. 50 - 75 cm rasenfrei gehalten wird – damit der Dünger auch nur vom Obstbaum aufgenommen wird und nicht vom Rasen. Der Pflanzbereich kann zusätzlich ca. 8 -10 cm mit Rindenmulch (nur von Nadelgehölzen!) bedeckt werden, dieses hält Rasen und Unkräuter vom Stamm fern!

"Welche Dünger soll ich für meine Obstbäume verwenden?"

-Natürlich ist die Düngerwahl vom Boden und von dem Alter der Pflanze abhängig. Leichte und sandige Böden sind nährstoffarm und können nur bedingt Nährstoffe speichern, hier kann mit einem guten wertigen "Volldünger" gearbeitet werden. Volldünger enthält einen ausgewogenen Anteil an Spurenelementen, wie z.B. Magnesium, Kupfer und Phosphor - diese Nährstoffelemente sind wichtig für die Vitalität und einen gesunden Blatt- und Pflanzenwuchs! Besitzen Sie schweren und "satten" Boden, kann z.B. auch mit Gartenkompost und Hornspäne gearbeitet werden, zusätzlich empfehlen wir aber auch hier eine gewisse Zugabe Volldünger.

"Mein Opa hat im Winter immer Stalldung (Mist) um die Obstbaumstämme verteilt, sollte ich das auch machen?"

-Mist/Dung/Stalldung ist ein sehr guter Naturdünger! Es ist aber darauf zu achten, dass auch dieser z.T. eine sehr hohe Nährstoffkonzentration haben kann > Hühnerdung!

Kuh- und Pferdedung sind von der Nährstoffzusammensetzung mittelhoch und werden daher gern für die Obstbaumdüngung - dem "Umpacken" des Stammes, genutzt. Aber Vorsicht: Wenn im Herbst/Winter Stalldung um den Stamm herum gepackt wird (meist ca. 10 cm dick, kann es den Nachteil haben, dass sich unter dem Dung Mäuse einnisten. Mäuse ernähren sich gern von Obstbaumwurzeln oder den Stammhälsen > denn auch bei starken Frösten bleibt es unter dem Stalldung frostfrei! Handelt es sich um junge Obstbäume, kann dieses zu fatalen Schäden führen! Um diesem vorzubeugen, graben Sie etwas Stalldung unter und vermengen ihn gut mit der Erde!

 

Zum Thema Krankheiten und Schädlinge:


"Warum rollen, bzw. krümmen sich die Blätter von meinem Kirschbaum?"

-Wenn sich Blätter z.B. beim Kirschbaum (oder anderen Kern-, Stein- und Beerenobstgehölzen) aufrollen oder krümmen, sind dieses Anzeichen für einen Blattlausbefall. Blattläuse werden oft von Ameisen (Ameisenstraße am Stamm!) zu den Blattbereichen "getragen" und dann auf den jungen Blättern abgesetzt, die dann von ihnen befallen werden. Des Weiteren gibt es auch beflügelte Blattlausgattungen, welche die Pflanzen über den Luftweg befallen. Blattläuse sind saugende Insekten, diese stechen junge Blätter auf der Unterseite an und saugen so den Pflanzensaft auf. Da sich ein befallendes Blatt im Wuchs befindet und auch nach einem Befall weiterwächst, krümmt es sich jetzt um die Stichstelle - das typische "Schadbild" entsteht. Wie kann ich mich vor einem Befall schützen? Im Fachhandel sind z.B. systemische Insektizide (Spritzmittel) erhältlich. Diese Pflanzenschutzmittel werden über das Blatt ausgebracht, somit kann sich der Wirkstoff im gesamten Pflanzensystem verteilen und von den Blattläusen "aufgesaugt" werden. Eine Methode, die wir nicht unbedingt für den privaten Hausgarten empfehlen.

Ein weiteres und wirksames Hausmittel ist es, den Blattlausbefall mit "Grüner Seife" zu behandeln. Geben Sie hierzu einige Spritzer "Grüne Seife" in eine Gartenspritze und füllen diese mit Wasser auf. Sprühen Sie jetzt die befallenen Stellen (früh morgens oder abends) gründlich ein und lassen diese einige Stunden einwirken, später spritzen Sie die behandelten Stellen mit einem harten Wasserstrahl ab.

Ggf. die Anwendung wiederholen!

"Meine Quitte hat jedes Jahr braune Flecken auf den Blättern und teilweise auch auf den Früchten, was kann ich dagegen machen?"

-Zeigen sich auf Quittenblättern und den Früchten braun-schwarze Flecken, handelt es sich um die sogenannte "Quitten-Blattbräune". Die Blattbräune ist ein Pilz, welcher verstärkt bei Nährstoffmangel und leichten Böden auftritt. Die Quitte ist nährstoffliebend und steht am liebsten auf humosen und kräftigen Böden, auch dürfen diese etwas "anmoorig" (sauer) sein. Im Frühjahr sollte zusätzlich mit einem guten Volldünger gedüngt werden, dieses gibt der Pflanze Kraft und wirkt einem eventuellen Pilzbefall entgegen. Die Quitten-Blattbräune ist für den Menschen ungefährlich, fleckige Quittenfrüchte können bedenkenlos geschält und verarbeitet werden! Von einer Anwendung mit Pflanzenschutzmitteln ist unbedingt abzuraten - stärken Sie lieber den Boden mit natürlichen Mitteln! Hervorragende Erfahrungen haben wir mit Fallobst gesammelt. Bei dieser Methode werden im Spätherbst ca. 2 Eimer Fallobst von Äpfeln (für ältere Obstbäume evtl. mehr) oder "Trester" vom Obstpressen an den Stamm gehäuft. Das Fallobst/Trester kann sich über Winter zersetzen und die Inhaltsstoffe freigeben, so können diese dann auf natürliche Weise von der Pflanze aufgenommen werden - stärkt die Pflanze und wirkt Wunder!

"Was ist Birnengitterost?"

-Birnengitterost ist ein weit verbreiteter Pilz, der sich auf den Blättern und z.T. den Trieben von Birnenbäumen ausbreitet. Das typische Schadbild sind orangefarbene Flecken auf den Blattoberseiten und gitterartige Wölbungen (Sporenlager) an den Blattunterseiten - daher auch der Name. Befallene Birnenbäume sterben nicht an Birnengitterrost, können aber im Wuchs geschwächt werden (Jungbäume). Birnengitterrost gehört zur Familie der Wirtspilze und "überwintert" nach dem Blattfall des Birnenbaums auf einer Winter-Wirtspflanze - nicht aber auf dem Birnenbaum! Zu den Wirtspflanzen gehören verschiedene Wacholderarten, ausgenommen Thuja (Lebensbaum), Eiben oder Zypressen! Um den Befall von Birnengitterrost einzugrenzen und diesem entgegenzuwirken, kann der Birnenbaum zum Frühjahr mit schwefelhaltigem Mineraldünger gedüngt werden. Mit "schwefelsaurem Ammoniak" wurden gute Ergebnisse erzielt. Diesen Dünger können Sie über einen gut sortierten Garten-Fachhandel beziehen. Es gibt keine Resistenz gegen Birnengitterost. Befallene Wacholder sollten evtl. aus dem Garten entfernt werden.

"Die Blätter meiner Kirsche haben Löcher, was ist die Ursache?"

-Bei diesem Schadbild handelt es sich um die sogenannte "Schrotschuss-Krankheit" - ein Blattpilz, welcher überwiegend bei Kirschen auftritt. Nährstoffmangel und ein zu trockener Standort begünstigen diesen Befall. Auch weitere Steinobstarten, wie z.B. Pflaumen und Pfirsiche können befallen werden, vereinzelt auch das Holz von jungen Trieben. In erster Linie sollte die Pflanze, jedes Jahr zum Frühjahr, (April/Mai) mit Volldünger versorgt werden um diese stets im Wuchs und in der Abwehr zu stärken. (Tipp- wird bei uns so angewendet) Auch eine Behandlung mit Fungiziden (Pilz-Spritzmittel) ist möglich, aber im privaten Hausgarten ist davon abzuraten - Informationen erhalten Sie diesbezüglich über einen gut sortierten Garten-/Agrarfachhandel.

"Was ist Obstbaumkrebs?"

- Obstbaumkrebs ist ein Pilz, der Apfelbäume und auch gelegentlich Birnenbäume befallen kann. Stehen evtl. im Umkreis eines gesunden Apfelbaumes befallende Apfelbäume, kann dieses zur Infektion führen. Meist geschieht dies im Herbst während des Blattfalls über den Blattstiel-Ansatz, oder zur Obstblüte über die offene Blüte (Blütenstempel), oder über Wunden, z.B. durch Schnitt. Aber auch das Wetter kann eine entscheidende Rolle spielen, bei feucht-warmer Witterung besteht eine höhere Infektionsgefahr. Alte Bäume leben oft mit diesem Pilz und besitzen eine gute Abwehr, sodass Beulen, Löcher und Wölbungen das charakteristische Bild des Obstbaumes prägen. Junge Bäume dagegen sollten bei einem Befall behandelt werden, z.B. durch Auskratzen der Infektionsstellen. Das Absägen von massiv befallenen Kronentrieben ist von Vorteil. Eine Infektion beginnt schleichend und ist im Anfangsstadium mit bloßem Auge kaum erkennbar. Schreitet der Befall voran, beginnt sich das befallende Pflanzengewebe durch das Absterben dunkelbraun bis schwarz zu verfärben - später fällt es ein, das typische Krankheitsbild entsteht, jetzt sollte unbedingt eine Behandlung erfolgen. Zum Auskratzen kleinerer Befallstellen empfiehlt sich ein scharfes Messer, größere Wunden zuerst mit dem Messer auskratzen und anschließend mit einer Stahlbürste vorsichtig säubern. Nach dieser Behandlung sollten die Wunden NICHT mit künstlicher Baumrinde etc. verstrichen werden, damit ein schnelles Abtrocknen der Wunde gewährleistet ist und der Heilungsprozess dadurch begünstigt wird.


Sonstige Fragen:


"Unsere Schafe haben unsere Obstbäume angefressen, teilweise fehlt die Rinde am Stamm, kann ich meine Bäume noch retten?"

-Bei einer Tierhaltung auf der Obstwiese ist es besonders wichtig, die Obstbäume vor Verbiss-, Schäl- und Bruchschäden zu schützen. Sind trotzdem Schäden durch Verbiss entstanden, hängt es von der Größe der Wunde ab, ob der Baum noch zu retten ist. Leichte Bisswunden an den Stämmen oder abgeknickte Triebe bringen einen Baum noch nicht zu Fall! Wurde aber die gesamte Rinde um den Stamm herum abgeschält oder abgefressen, sind die Leitungsbahnen für Wasser- und Nährstofftransport unterbrochen - der Baum ist dem Tode geweiht. Bei Schafhaltung ist darauf zu achten, dass jeder Baum großräumig umzäunt wird. Hier sollte ein Mindestabstand von ca. 1,50 m zum Stamm gewählt werden, damit es erst gar nicht zum Verbiss-Versuch der Schafe kommen kann! Wichtig: Der Zaun muss stabil sein um "Kopfstöße" oder Scheuern der Tiere davon abzuhalten!

Um Wildverbiss von Reh, Hase und Kaninchen vorzubeugen, sind Wild-Verbiss-Spiralen eine sehr gute Wahl, diese gibt es in verschiedenen Qualitäten und Längen. Gute Infos gibt es z.B. bei Grube-Forst unter www.grube.de

"Der letzte Sturm hat unseren 20 Jahre alten Obstbaum auf die Seite gelegt, ist er noch zu retten?"

-Auf jeden Fall, meistens! Ist ein Obstbaum vom Sturm umgeweht, hat er zur Windseite einen Wurzelbruch erlitten und so an Standfestigkeit verloren. Der andere Teil des Wurzelballens ist meistens noch intakt und befindet sich verwurzelt im Erdreich. Jetzt heißt es: Retten, was zu retten ist! Je nach Baumgröße sollte bei dem Schadensbaum ca. ein Drittel bis Hälfte der Krone eingekürzt werden, dieses dient zur Gewichtsentlastung und sollte mit einer guten Säge erfolgen. Selbst ältere Bäume können noch eingekürzt werden, es gibt der Baumkrone und dem Wurzelwerk neue Wuchskraft - Sie werden sehen! Als nächstes muss auf der Baumseite mit dem Wurzelbruch, der Baumgröße angepasst, ein großes, tiefes Loch ausgehoben werden. Das Loch für das freistehende Wurzelwerk sollte ausreichend groß sein um jetzt den Wurzelteller vorsichtig in den Boden versenken zu können. Jetzt kann der Baum aufgerichtet werden! Kleine Bäume können mit einem Flaschenzug aufgerichtet werden, größere Bäume mit einem kräftigen Lastengurt, mit Schlepper/Radlader. Führen Sie solche Arbeiten stets vorsichtig aus, da es sonst am Stamm schnell zu Beschädigungen kommen kann! Ist der Baum aufgerichtet, muss das Loch mit der Aushuberde befüllt werden. Achten Sie darauf, dass die lockere Erde mit einem Stampfer gut verfestigt wird. Bei großen Bäumen können Sie das Erdreich sogar mit den Vorderreifen eines Schleppers/Radladers verfestigen, fahren Sie hierzu einige Male vorsichtig über den aufgefüllten Erdbereich hin und her. Zusätzlich sollte der aufgestellte Baum mit Baumpfählen und einer stabilen Stammbindung gesichert werden, und vielen neuen Lebensjahren steht nichts mehr im Wege!